Das EU-Widerrufsrecht ist eine Bedenkzeit für viele Fernabsatzverträge. Es ist keine allgemeine Rückgabegarantie und unterscheidet sich von der gesetzlichen Gewährleistung für mangelhafte Waren.
Wann beginnt die Frist?
- Waren: grundsätzlich 14 Tage ab Erhalt durch dich oder eine von dir benannte Person, nicht den Transporteur.
- Dienstleistungen: grundsätzlich 14 Tage ab Vertragsschluss.
- Digitale Inhalte ohne Datenträger: Hier gelten besondere Ausnahmen. Beginnt die Ausführung nach ausdrücklicher vorheriger Zustimmung und Anerkennung des Rechtsverlusts, kann das Widerrufsrecht entfallen.
Nationale Regeln können zusätzliche Rechte vorsehen. Die Übersicht zu digitalen Inhalten erklärt diesen Unterschied ausführlicher.
Häufige Ausnahmen
Ausnahmen können personalisierte Waren, schnell verderbliche Produkte, bestimmte geöffnete Hygiene- oder Softwareprodukte, vollständig erbrachte Dienstleistungen mit erforderlicher Zustimmung und digitaler Inhalt nach wirksamer Zustimmung und Anerkennung betreffen.
Entscheidend sind die Umstände und der Bestellnachweis. Bitte den Anbieter um die konkrete Klausel und den Zustimmungsnachweis.
So gehst du vor
- Eine klare schriftliche Erklärung innerhalb der geltenden Frist senden; ein Grund ist normalerweise nicht nötig.
- Bestellnummer, Produkt oder Dienstleistung, Datum und gewünschte Lösung angeben.
- Nachricht, Bestätigung, Rechnung und Liefer- oder Zugriffsnachweise sichern.
- Waren nach den Anweisungen zurücksenden. Rücksendekosten können bei vorheriger Information bei dir liegen.
- Versandnachweis und Antwort aufbewahren. Der Verkäufer kann mit der Erstattung warten, bis er Ware oder Rücksendenachweis erhalten hat.
Bei Mängeln hilft die Übersicht zur gesetzlichen EU-Gewährleistung. Ein Mangel ist ein anderer Anspruch als ein Widerruf ohne Grund.